Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs, das Pferd und der Sturm

Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs, das Pferd und der Sturm

Manchmal sind es die leisen Bücher, die bleiben.

Charlie Mackesys vier Gefährten begegnen mir hier wieder. Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd. Sie ziehen weiter durch diese offene, fast schwer zu greifende Landschaft. Ohne klares Ziel, eher getragen von dem Gefühl, dass es genügt, unterwegs zu sein.

Was mich dabei sofort wieder erreicht, ist diese Ruhe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Es sind Gespräche, Gedanken, kleine Sätze, die irgendwo zwischen Trost und Zweifel stehen. Dinge, die man nicht überliest, sondern eher mitnimmt.

Denk immer dran: Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs, das Pferd und der Sturm

Der Sturm, der im Titel anklingt, ist weniger etwas, das plötzlich über einen hereinbricht. Er ist eher da. Schiebt sich langsam ins Bild. Wie diese Phasen im Leben, in denen man merkt, dass etwas schwerer wird, ohne genau sagen zu können, wann es begonnen hat.

Und genau hier setzt das Buch an. Nicht mit Antworten, sondern mit Nähe. Mit einfachen Gedanken, die nicht erklären wollen, sondern begleiten.

„Eines Tages schaust du zurück und erkennst, wie schwer es war und wie gut du es gemacht hast.“

So ein Satz steht einfach da. Ohne Pathos. Und vielleicht wirkt er gerade deshalb.

Die Zeichnungen tragen das alles. Sie wirken skizzenhaft, fast zurückgenommen, und haben doch eine eigene Tiefe. Nichts ist ausformuliert, vieles bleibt offen. Das passt zu dem, was der Text macht.

Ich merke beim Lesen, dass nicht jeder Gedanke gleich stark bei mir ankommt. Manches ist sehr klar, fast schon zu klar. Aber vielleicht ist genau das Teil davon. Dass es nicht darum geht, etwas Neues zu sagen, sondern etwas Vertrautes wieder hörbar zu machen.

Und dann ist da immer wieder diese einfache Wärme zwischen den Figuren. Kein großes Drama, kein lautes Erzählen. Eher etwas, das leise mitgeht.


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