Wie Künstliche Intelligenz meine Kreativität verändert

Wie Künstliche Intelligenz meine Kreativität verändert

Früher war ich oft gnadenlos mit meinen eigenen Ideen. Sie mussten schnell funktionieren, möglichst fertig gedacht sein, bevor sie überhaupt richtig anfangen durften.

Wenn etwas zu lange dauerte, zu teuer wurde oder sich in Diskussionen verlor, war es für mich schnell erledigt. Nicht unbedingt, weil die Idee schlecht war, sondern weil sie nicht Schritt halten konnte mit dem Anspruch, den ich selbst daran hatte.

Über die Jahre habe ich viel ausprobiert. Verschiedene Berufe, Projekte, immer wieder neue Ansätze. Vieles lief über Ausprobieren, über Umwege, über Dinge, die nicht funktioniert haben. Und irgendwann wurde mir klar, dass genau dieser Druck, alles effizient und sofort brauchbar machen zu wollen, vieles im Ansatz blockiert.

Heute gehe ich anders damit um. Ich lasse Ideen eher stehen, ohne sofort zu entscheiden, ob sie „etwas bringen“. Dieses Offene war lange weg, jetzt ist es wieder da.

Mit KI hat sich daran noch einmal etwas verschoben.

Nicht im Sinne von Ersatz, sondern eher als Erweiterung. Ich kann Dinge schneller anstoßen, Varianten ausprobieren, Gedanken weiterdrehen lassen. Manchmal kommt dabei etwas heraus, das ich so nicht erwartet hätte. Manchmal bleibt es flach oder beliebig. Beides passiert, und beides gehört dazu.

Ich nutze das vor allem beim Schreiben. Nicht, um Texte abzugeben, sondern um Formulierungen zu prüfen, Strukturen zu sehen oder einen Gedanken in eine andere Richtung zu schieben. Oft merke ich dabei auch sehr schnell, wenn etwas zu glatt wird und mir nicht mehr entspricht.

Bei Bildern und Gestaltung bin ich vorsichtiger. Die Möglichkeiten sind da, aber vieles wirkt austauschbar. Es fehlt oft genau das, was ich an eigenen Arbeiten schätze.

Was sich für mich verändert hat, ist weniger die Kreativität selbst als der Umgang damit. Es ist wieder einfacher geworden, Dinge einfach anzufangen, ohne sie sofort rechtfertigen zu müssen.

Das erinnert mich an früher, an das Arbeiten mit Stift und Papier. Nur dass das Werkzeug ein anderes ist.

Und trotzdem bleibt ein gewisser Abstand. Es gibt Momente, in denen ich denke, wie viel Zeit sich heute sparen lässt. Und genauso Momente, in denen ich froh bin, Dinge weiterhin selbst zu entwickeln.

Die Nutzung verläuft nicht gleichmäßig. Es gibt Phasen, in denen es trägt und neue Impulse gibt. Und andere, in denen alles ähnlich wirkt und sich schnell erschöpft.

Vielleicht gehört genau das inzwischen dazu.

Titelbild mittels KI nach meinen Vorgaben erstellt.


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