Der Marshall Stockwell steht seit ungefähr 2019 in meinem Homeoffice. Meistens an derselben Stelle. Nicht freigeräumt, nicht besonders ausgeleuchtet, nicht als Mittelpunkt. Er steht auf dem Holz, vor mir am Schreibtisch, zwischen Dingen, die hier ohnehin herumstehen.
Die Musik kommt meistens vom iPhone. Ich verbinde den Lautsprecher per Bluetooth und lasse laufen, was gerade passt. Beim Schreiben, beim Lesen, beim Sortieren von Bildern, manchmal auch nur nebenbei, wenn der Rechner an ist und der Tag noch nicht richtig angefangen hat. Es ist keine große Hörsituation. Es ist Musik im Arbeitszimmer.
Der Stockwell war als tragbarer Lautsprecher gedacht. Bei mir trägt ihn kaum jemand irgendwohin. Er bleibt hier. Das ist auch in Ordnung. Manche Geräte landen an einem festen Platz, obwohl sie eigentlich für unterwegs gebaut wurden. Dieser hier hat seinen Platz auf dem Schreibtisch gefunden.
Ich mag die Bedienung oben am Gerät. Die kleinen Regler lassen sich herausdrücken und drehen. Lauter, leiser, ein wenig Bass, ein wenig Höhen. Das passiert mit der Hand, ohne App und ohne Menü. Für mich passt das zu einem Lautsprecher. Man greift hin, stellt etwas ein und arbeitet weiter.
Der Marshall sieht nach Marshall aus. Schwarze Front, goldener Rand, das weiße Logo. Das ist eindeutig, aber auf meinem Schreibtisch wirkt es nicht wie ein sauber aufgebautes Produktbild. Holz, Papier, Stifte, kleine Figuren und anderes Zeug nehmen dem Ganzen diese glatte Wirkung. So steht er hier eben. Nicht perfekt, aber benutzt.
Vor dem Lautsprecher steht Tim. Auch das ist nicht zufällig. Tim und Struppi begleiten mich seit Jahrzehnten. Neben Asterix, Lucky Luke, später Valerian, etwas Michel Vaillant aus dem damaligen ZACK und natürlich Donald Duck und Micky Maus gehört Hergés Comicserie zu den Reihen, die nie richtig verschwunden sind. Auf Burgturm gibt es dazu bereits einen eigenen Artikel. Diese Figur steht hier, weil Tim und Struppi zu mir gehören. Nicht als Deko für ein Foto, sondern weil die Figur hier wirklich steht.
Das Bild gefällt mir gerade deshalb. Der Marshall im Hintergrund, Tim davor, Holz darunter. Es sieht nach meinem Schreibtisch aus, nicht nach einem Testaufbau. Musik, Comics, Arbeit, ein bisschen Unordnung. Mehr muss das Bild nicht leisten.
Der Stockwell läuft an normalen Tagen. Morgens leise, wenn noch nicht viel passiert ist. Nachmittags etwas lauter, wenn ich länger am Schreibtisch sitze. Manchmal bleibt er aus und steht nur da. Ich denke nicht viel über ihn nach. Ich benutze ihn.
Seit 2019 hat sich daran wenig geändert. iPhone verbinden, Musik an, weiterarbeiten. Tim steht davor. Der Marshall steht dahinter. So sieht ein Stück meines Homeoffice aus.

