Der Ausdruck ist mir hängen geblieben. Er passt zu vielen Dingen, die hier auf Burgturm immer wieder auftauchen.
Ruhigere digitale Werkzeuge.
Das klingt erst einmal ungewohnt, weil digitale Geräte selten als ruhig beschrieben werden. Meistens geht es um Geschwindigkeit, Leistung, Funktionen, neue Modelle, hellere Displays, bessere Prozessoren oder noch eine App mehr. Mich interessiert daran oft weniger, was ein Gerät alles kann. Mich interessiert, wie es sich in den eigenen Alltag legt.
Ein gutes Werkzeug steht nicht ständig im Vordergrund. Es hilft beim Schreiben, Lesen, Sammeln, Sortieren oder Nachdenken, ohne den Moment sofort wieder zu zerlegen. Ein Notizbuch kann das. Ein guter Stift auch. Ein E-Ink-Gerät manchmal ebenfalls. Selbst ein älteres technisches Gerät kann diese Ruhe haben, wenn es nicht jede Handlung in eine kleine Ablenkung verwandelt.
Auf Burgturm geht es deshalb immer wieder um Dinge, die auf den ersten Blick nicht besonders laut sind. Bücher, Comics, Graphic Novels, Schreibgeräte, Papier, digitale Notizgeräte, E-Reader, Taschen, kleine Werkzeuge für unterwegs. Orte, Arbeitsplätze, Reisen und Beobachtungen spielen ebenfalls hinein.
Die stärker reisenden und landschaftlichen Texte haben mit Wald, Land, Meer inzwischen einen eigenen Ort, aber ganz trennen lässt sich das nicht. Lesen, Schreiben und Notieren finden oft unterwegs statt. Auf dem Tisch, im Rucksack, im Zug, im Hotelzimmer, neben dem Bett.
Ich mag Technik. Aber nicht jede Technik macht einen Gedanken klarer. Manche Geräte ziehen Aufmerksamkeit an sich, obwohl man sie eigentlich nur benutzen wollte. Andere lassen einen lesen, schreiben oder ordnen, ohne dass man sich ständig mit dem Gerät selbst beschäftigt.
Bei E-Ink interessiert mich genau dieser Zwischenraum. Digital, aber nicht grell. Speicherbar, aber näher am Papier. Nicht immer ideal, nicht immer schneller, manchmal sogar umständlicher. Aber oft angenehmer für längere Texte, Notizen und konzentrierte Arbeit.
Viele Texte auf Burgturm kommen aus solchen Beobachtungen. Keine schnelle Jagd nach Neuheiten. Kein Datenblatt als Ersatz für Erfahrung. Eher die Frage, ob ein Gegenstand bleibt, ob man ihn wirklich nutzt, ob er sich gut anfühlt, ob er eine Arbeit erleichtert oder eine bestimmte Stimmung mitbringt.
Manche Dinge werden erst nach einer Weile interessant. Ein Stift, der immer wieder auf dem Schreibtisch liegt. Ein Gerät, das man nicht täglich benutzt, aber genau dann vermisst, wenn es nicht da ist. Ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern herumgetragen wird. Ein Display, das weniger kann und gerade dadurch weniger stört.
Solche Werkzeuge müssen nicht besonders modern aussehen. Sie müssen auch nicht analog sein. Sie brauchen nur eine gewisse Zurückhaltung. Sie dürfen nützlich sein, ohne sich ständig bemerkbar zu machen.
Daran denke ich bei quieter digital tools.

