BURGTURM

Back to the roots: Warum ich Facebook verlassen habe

Minimalistischer Notizblock aus Holz mit Metallstift auf Holztisch

Irgendwann wurde mir klar, dass ich Facebook eigentlich nur noch aus Gewohnheit geöffnet habe.

Früher war das anders. Wie viele andere war ich dort täglich unterwegs. Diskussionen, Kontakte, Projekte, Bilder, Links. Eine Zeit lang fühlte sich Social Media tatsächlich wie Erweiterung des offenen Netzes an.

Später wurde daraus etwas anderes.

Alles wurde schneller, lauter und stärker auf Aufmerksamkeit ausgerichtet. Reichweite begann wichtiger zu werden als Inhalte. Likes, Zahlen und Sichtbarkeit standen plötzlich überall im Mittelpunkt.

Natürlich gehörte ich selbst ebenfalls zu dieser Zeit des Bloggens und der sozialen Netzwerke. Instagram, Twitter, Facebook. Ich habe das alles genutzt und beobachtet.

Aber irgendwann merkte ich, dass mich diese permanente Präsenz zunehmend ermüdet.

Diskussionen verschwanden aus Blogs und verlagerten sich vollständig auf Plattformen. Gleichzeitig wurde vieles austauschbarer. Inhalte mussten sofort funktionieren, möglichst sichtbar sein und ständig neue Reaktionen erzeugen.

Mir lag das nie besonders.

Ich mochte Blogs immer lieber als Feeds.

Eigene Websites hatten für mich schon früh etwas anderes. Mehr Ruhe. Mehr Persönlichkeit. Mehr Raum für Dinge, die nicht sofort wieder verschwinden.

2019 habe ich deshalb begonnen, mich bewusst von Facebook zurückzuziehen.

Nicht aus Trotz und auch nicht aus Technikfeindlichkeit. Sondern weil ich gemerkt habe, dass mir diese Form von Dauerkommunikation schlicht nichts mehr gegeben hat.

BURGTURM fand dort irgendwann nicht mehr wirklich statt und privat war ich ebenfalls kaum noch aktiv.

Als Facebook und später auch andere Apps vom Smartphone verschwanden, fühlte sich das überraschend unspektakulär an.

Eher wie das Entfernen von etwas, das längst keinen wirklichen Platz mehr hatte.

Interessanterweise entstand genau in dieser Zeit auch wieder stärker das Bedürfnis nach eigenen Räumen im Netz. Nach Websites, die nicht von Algorithmen oder permanenter Sichtbarkeit bestimmt werden.

Vielleicht war das rückblickend auch ein wichtiger Schritt für BURGTURM.

Die Seite wurde ruhiger, persönlicher und unabhängiger von Plattformlogik. Weniger darauf ausgerichtet, ständig sichtbar zu sein und stärker auf Dinge konzentriert, die mich tatsächlich interessieren.

Heute erscheint mir das sinnvoller denn je.

Gerade weil das Netz immer schneller, automatisierter und kurzfristiger geworden ist.