Ost-Berlin, Sommer 1989. Noch ist alles, wie es ist. Und gleichzeitig liegt etwas in der Luft, das sich nicht richtig greifen lässt.
Mitten darin: Mirco Watzke, Schüler der 7a. Eigentlich unauffällig, eher einer, der mitläuft. Bis es kippt. Ärger mit den FDJlern, Dinge, die sich zuspitzen. Und ausgerechnet der Neue aus der Parallelklasse wird plötzlich wichtig.
Kinderland erzählt genau diese Zwischenzeit. Eine Kindheit, die noch fest in Strukturen steckt und gleichzeitig schon Risse bekommt. Jungpioniere, Schule, Kirche. Gespräche, die nur halb verstanden werden. Andeutungen über das „Rübermachen“. Väter, die plötzlich fehlen. Dinge, über die nicht offen gesprochen wird.

Mavil findet dafür eine eigene Form. Die Zeichnungen sind klar, fast ruhig, und gerade deshalb nah dran. Sie erklären nichts, sie lassen Raum. Vieles passiert zwischen den Bildern.
Im Zentrum steht keine große Geschichte, sondern ein Geflecht aus Momenten. Freundschaft, Mut, Vertrauen. Und dieses Tischtennisturnier, das mehr ist als nur ein Spiel. Ein letzter fester Punkt, bevor sich alles verschiebt.
Kinderland ist kein nostalgischer Blick zurück. Eher ein leises Erinnern an eine Zeit, in der man vieles noch nicht einordnen konnte – und genau deshalb besonders intensiv erlebt hat.

