Dieser Schreibtisch, an dem ich gerade diese Zeilen schreibe, steht unter dem Dach eines Hauses in Berlin. Er ist mein zentraler Punkt. Meine Kreativschmiede.
Er ist alt und nicht wirklich ansehnlich. Und doch ist er das Arbeitsfeld, manchmal auch ein Schlachtfeld, das ich täglich nutze. Für Designs, für Texte, für die Arbeit an Burgturm, Waldlandmeer und Kleinberge.
Seit mehreren Dekaden ist er ein fester Teil meines Lebens. Ein Ort, an dem Ideen Gestalt annehmen. Einer, der viel gesehen hat. Kratzer, Tinte, Farbreste. Abgeschliffene Stellen, neu geölt. Kaffeeflecken, die geblieben sind. Ganz früher auch Rauch, aber das ist lange vorbei.
Auf ihm lag vieles. Notizbücher, Werkzeuge, lose Blätter. Lampen, die kamen und gingen. Später iPad und Notebook. Er hat alles getragen.
Er ist Werkzeug und Helfer.
Und auch Stütze. Für die Geräte, mit denen ich arbeite. Für Gedanken, die Form annehmen sollen. Fotohintergrund und Arbeitsfläche zugleich. Er hat Rechner und Monitore kommen und gehen sehen. Vom Röhrenmonitor bis zum Tablet.
Der Schreibtisch wird oft mit dem Werk von Philosophen und Schriftstellern verbunden. Als Ort, an dem etwas entsteht, auch wenn das so nicht immer stimmt.
Vielleicht ist es bald Zeit, ihn loszulassen. Einen neuen Schreibtisch zu finden. Oder den festen Platz insgesamt zu hinterfragen.
Vieles ist heute mobil geworden. Schreiben, Lesen, Notieren. E-Book-Reader, E-Ink-Notebooks, Tablets, Notebooks. Selbst Fotografie und Bildbearbeitung funktionieren unterwegs, oft nur mit dem Smartphone.
Ein anderer Weg zu arbeiten. Abseits des klassischen Schreibtischs.
Und trotzdem steht er noch hier.

