Ich hatte als Kind so ein Ding. Plastikring, Zahnräder, ein Kuli, der nicht richtig wollte. Das Papier lag auf einem Brett, damit nichts verrutscht. Dann drehte sich alles.
Man fuhr die gleiche Bewegung immer wieder. Kreis für Kreis. Irgendwann griff das Zahnrad anders, der Stift rutschte minimal, und die Linien begannen sich zu verschieben. Es sah nie ganz so aus, wie man dachte.
Ich habe das stundenlang gemacht.
Nicht, weil das Ergebnis wichtig war. Eher wegen der Bewegung. Dieses gleichmäßige Führen, ohne groß nachzudenken. Der Stift lief, man blieb dran, bis die Form geschlossen war.
Heute klickt man sich das zusammen. Kurven, Parameter, fertig. Es ist sauberer. Aber es fehlt etwas.
Damals gab es Widerstand. Das Zahnrad lief nicht perfekt. Der Stift kratzte. Man musste leicht gegenhalten, sonst sprang es aus der Spur. Genau das hat den Unterschied gemacht.
Ich merke, dass mich das wieder reizt.
Nicht aus Nostalgie. Sondern weil es etwas ist, das einfach nur passiert, wenn man sich hinsetzt und anfängt. Ohne Menü, ohne Entscheidung, ohne Rückgängig.
Ein Blatt, ein Stift, eine Bewegung.
Vielleicht hole ich mir das nochmal auf den Tisch.

