EXODUS Magazin EXODUS Magazin

EXODUS – Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Kennen Sie Fanzines?

Man hat bestimmt schon einmal ein Fanzine in den HĂ€nden gehalten.

Die Macher der Fanzines setzten sich zunÀchst aus engagierten Mitgliedern der entsprechenden Szene zusammen, die das Schreiben und VervielfÀltigen der Hefte auf eigene Kosten in ihrer Freizeit betrieben. Verbreitet sind sie meist nur in der jeweiligen Szene, wo sie im Abonnement verschickt oder persönlich verteilt werden. Einige werden auch in der jeweiligen Szene zugeordneten LÀden gehandelt. *

Und mittlerweile gibt es wohl fĂŒr jede Richtung und Szene entsprechende Magazine. Ich selbst bin auch durch meinen Vater, Thomas R. P. Mielke, der unter anderem Science-Fiction-Autor war, in den Bereichen Fantasy und Science-Fiction unterwegs. Mal mehr, mal weniger aktiv.

In den 1980er und 1990er Jahren war ich auch sehr aktiv in FOLLOW, dem Ă€ltesten Literaturverein Deutschlands, der bereits 1966 gegrĂŒndet wurde. Da gab es natĂŒrlich auch Fanzines, MAGIRA, oder die einzelnen sogenannten »Clanletter«, die man auch grob als Fanzines bezeichnen könnte.

Damals wurden diese Magazine oder Fanzines noch mit Schreibmaschine und Matrizendruck und viel (wirklich viel) Tipp-EX und Tesafilm zusammengebaut. Und die Copy-Shops wurden zum zweiten Wohnzimmer.

Es wurde immer mit viel Liebe und Engagement gemacht. Und sowohl textlich als auch optisch und haptisch ist es inzwischen professionell geworden. Aber es ist nach wie vor mit viel Liebe und Engagement gemacht. Denn das ist immer ein fester Bestandteil von Fanzines.

Es gibt einige, die ich an dieser Stelle aufzÀhlen könnte, aber heute möchte ich mich auf EXODUS konzentrieren.

EXODUS

EXODUS erschien erstmals im Jahre 1975 mit einer als Einzelausgabe geplanten »Nullnummer«. Bis 1980 folgten 13 Ausgaben und ein weiterer Sonderband zusammen mit der PHALANX-Redaktion aus Freiburg. In diesen Jahren wurde das Magazin zunĂ€chst von RenĂ© Moreau und Paul Roder herausgegeben. SpĂ€ter kamen Christian DĂŒster und Rudolf Hansen als Mitherausgeber hinzu.

EXODUS versteht sich in erster Linie als Plattform zur Erhaltung und Förderung der traditionellen Kurzgeschichte in der phantastischen Literatur, insbesondere der Science Fiction. Nebenher bietet die »Lyrik ‱ Section« den entsprechenden Raum fĂŒr die feinsinnigere Seite des Genres. Es werden in aller Regel ausschließlich Erstveröffentlichungen vorgestellt. Unter den Autoren finden sich neben bekannten Namen des Genres stets auch beachtenswerte Newcomer. *

Und was da vor einem liegt, ist nicht nur sehr gut gemacht, sondern – und darum geht es ja am Ende des Tages – auch sehr informativ.

Toller Druck, hochwertige Grafiken, insgesamt sehr edel im Magazinformat. Und zwar so, dass man es gerne wieder in die Hand nimmt und DurchblĂ€ttert. Und auf dem Tisch im BĂŒro oder zu Hause fĂŒr die GĂ€ste ist es ein interessanter Blickfang.

EXODUS Magazin

Eine kleine Anekdote am Rande: Mein Vater hatte selbst einige Ausgaben von EXODUS und hatte auch mal davon gesprochen, dass er fĂŒr das Magazin schreiben wollte oder sollte. Irgendwie hat es dann aber aus zeitlichen GrĂŒnden doch nicht geklappt.

Wer sich fĂŒr Science Fiction und phantastische Literatur interessiert oder einfach mal ĂŒber den Tellerrand des eigenen Genres hinausschauen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Mir gefĂ€llt es und ich fĂŒhle mich in Teilen auch an die guten alten Zeiten erinnert, die in der Zwischenzeit so gut und modern ĂŒber die BĂŒhne gebracht worden sind.

Aber nicht nur der Blick zurĂŒck, sondern auch in die Zukunft macht Sinn. Hier wird nicht nur die ferne Zukunft als Science Fiction erfahrbar, sondern auch das beruhigende GefĂŒhl, dass es noch Fanzines gibt (wobei „Fanzines“ fĂŒr ein Magazin wie EXODUS und all die anderen natĂŒrlich nicht abwertend gemeint ist). Das ist alles wirklich sehr gut gemacht!

Es ist schön, in diesem Magazin Namen wiederzufinden, die man kennt oder mit denen man sogar schon ein Bier getrunken hat, und Neues zu entdecken. Chapeau, EXODUS!

* Zitate: Wikipedia und EXODUS

Dieses Magazin wurde mir freundlicherweise vom EXODUS zur VerfĂŒgung gestellt. Meine Meinung wird dadurch nicht beeinflusst.