Bei der Beschäftigung mit aktuellen E-Ink-Geräten stößt man früher oder später auf die gleichen Namen:
reMarkable Paper Pro und BOOX Note Air5 C. Etwas später kommen dann noch Supernote Manta und das PocketBook InkPad One hinzu.
Auf den ersten Blick wirkt vieles austauschbar. Dünne Geräte, Stift, E-Ink. Schreiben oder Lesen, mehr scheint es nicht zu sein. Wenn man sich länger damit beschäftigt, merkt man, dass genau hier die Unterschiede anfangen.
Vielleicht kurz vorweg: Ich habe keines dieser Geräte selbst im Einsatz. Das ist kein Testbericht, sondern eher ein Versuch, sie einzuordnen. Aus dem, was man darüber liest und sieht, und aus der Frage heraus, wie sie sich im Alltag verhalten könnten. Vor allem dann, wenn man unterwegs ist und keine Lust hat, sich mit einem Gerät zu beschäftigen.
Wenn man im Zug sitzt, kurz vor dem Umsteigen, und noch schnell einen Gedanken festhalten will, bleibt keine Zeit für Umwege. Genau diese Situationen habe ich im Artikel über Schreiben unterwegs – Gedanken zwischen Flug, Notizbuch und E‑Ink schon einmal beschrieben.
Man klappt das Gerät auf und entweder es funktioniert sofort oder es ist im Weg. Ähnlich im Café, wenn ständig Bewegung um einen herum ist. Man ist nie ganz für sich und genau deshalb sollte das Gerät keine zusätzliche Aufmerksamkeit verlangen.
Der reMarkable Paper Pro wirkt in solchen Situationen sehr klar. Aufklappen, schreiben, fertig. Keine Oberfläche, die sich in den Vordergrund drängt, keine Entscheidungen, die man treffen muss. Das passt gut, solange es genau darum geht.
Sobald mehr dazukommt, wird es enger. Dokumente, Struktur, Dinge, die über das reine Schreiben hinausgehen. Das ist keine Schwäche, sondern eine bewusste Begrenzung.
Das BOOX Note Air5 C geht einen anderen Weg. Es öffnet mehr Möglichkeiten, was unterwegs hilfreich sein kann. Man liest, schaut etwas nach und bleibt im selben Gerät.
Gleichzeitig bleibt dieses Mehr spürbar. Es ist nie ganz ruhig. Man merkt, dass mehr möglich wäre, auch wenn man es gerade nicht braucht. Je nach Situation kann das helfen oder stören.
Irgendwann merkt man, dass diese beiden Richtungen nicht alles abdecken.
Genau dann taucht oft das Supernote Manta auf. Nicht am Anfang, sondern später, wenn klar wird, dass man sich in keiner der beiden Richtungen wirklich wiederfindet.
Es wirkt ruhiger als das BOOX, aber nicht so reduziert wie das reMarkable. Eine gewisse Ordnung ist da, ohne dass man sich darum kümmern muss. Beim Schreiben geht es nicht darum, Papier zu imitieren. Die Oberfläche ist glatter und kontrollierter. Am Anfang ungewohnt, danach nachvollziehbar. Man schreibt präziser, etwas bewusster.
Es ersetzt kein Notizbuch. Es ist ein eigenes Werkzeug.
Und dann ist da noch das PocketBook InkPad One. Das passt nicht ganz in diese Reihe. Der Fokus liegt klar beim Lesen. Schreiben geht auch, steht aber nicht im Mittelpunkt. Es ist eher etwas, das man dabeihat, nicht das Zentrum.
Gerade unterwegs kann das völlig ausreichen.
Wenn man diese Geräte nebeneinander betrachtet, entsteht kein klarer Vergleich und auch kein Gewinner. Es sind unterschiedliche Ansätze, die sich wahrscheinlich erst im Alltag wirklich zeigen.
Am Anfang sucht man vielleicht das beste Gerät. Mit der Zeit verschiebt sich das. Es geht weniger darum, was alles möglich ist, sondern ob es im richtigen Moment passt.
Gerade unterwegs wird das schnell relevant. Dort bleibt kaum Zeit, sich an ein Gerät anzupassen.

