Thomas R. P. Mielke

Thomas R. P. Mielke – Zum 1. Todestag

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Heute ist bereits ein Jahr vergangen, als du gingst. Mir ist so, als wäre es erst letzte Woche gewesen. Du bist immer noch so präsent und das gefällt mir sehr! Ich erinnere mich oft und sehr gerne an dich und ich vermisse dich!

Erinnerungen an meinen Vater Thomas R. P. Mielke.

Er besaß sehr viel Wissen und hatte immer sehr viel zu erzählen. Dies meist spannend und lehrreich. Er war eben ein Mann der Worte! Und er hat uns Kindern eine Menge beigebracht und eben auch sehr viel geschrieben.

Es gab viele Menschen, die seinen Erzählungen lauschten und die Gespräche mit ihm schätzten. Und es gab diejenigen, die seine Bücher, Romane und auch den einen oder anderen Werbeslogan lasen.

Ich gebe zu, dass ich manche Bücher von ihm bis heute immer noch nicht gelesen habe. Sie stehen hier seit Jahren im Regal … unangetastet.

Der Zufall wollte es, dass bei mir gestern in der Post ein von ihm signiertes Exemplar eines seiner Frühwerke lag. »Terra soll sterben!« aus dem Jahr 1968. Da war ich gerade mal 2 Jahre alt!

Thomas R. P. Mielke - Pabel Utopia Nr.: 570 "Terra soll sterben!"

Das ist eine sehr nette Geste und es hat mich sehr gefreut, dies von Ihnen zu erhalten Herr Böhm. Vielen herzlichen Dank!

Ich werde natürlich als kleinen Dank sehr gerne ihre Seite hier nennen. Ehrensache! Auch da ich der Meinung bin, dass viele kleine Literaturschätze bei Ihnen zu finden sind.

Ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute und bedanke mich noch mal sehr für diese feine Geste von Ihnen. Ich werde sie in Ehren halten.


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Thomas R. P. Mielke - Pabel Utopia Nr.: 570 "Terra soll sterben!"

Thomas R. P. Mielkes Werke sind so vielfältig und ich möchte zunächst für mich und meine persönliche Neugier alles, was er schuf, nach und nach erfassen. Und ich habe mir vorgenommen, mich auch eben an jenen ungelesenen Werken von ihm zu versuchen und diese endlich mal zu lesen.

Auch Bücher, an denen ich in Teilen am Manuskript und an der Finalisierung mitgewirkt habe. Zum Beispiel die Bücher bzw. Romanbiografien von »Attila – König der Hunnen« und »Karl Martell« sind in der endgültigen und erschienenen Form von mir ungelesen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die finale Woche mit »Attila«, als wir beide im Haus meiner Eltern in Berlin-Wannsee Tür an Tür von morgens bis Abends den Roman durchgingen, daran schrieben und hier und da noch den einen oder anderen Satz änderten.

Es war ein grandioses Teamwork. Eine anstrenge Woche, aber immer mit Frühstück, Pausen und gemeinsamem Abendessen mit ihm und meiner lieben Mutter, seiner Frau, die uns beiden immer wieder mit Rat zur Seite stand, wenn wir Kerle mal nicht weiter wussten und uns in den vielen Hundert Romanseiten verloren hatten.

Abends waren wir erschöpft vom denken, schreiben, reden, diskutieren und lesen. Aber am Ende des Tages zufrieden.

Deadline Day!

Wir fuhren dann einige Tage später gemeinsam zur Post nach Berlin-Nikolassee und gaben dort 2 dicke und schwere DIN A4 Ordner ab.

Wir grinsten uns an, mein Vater umarmte mich dankend und später schenkte er mir noch etwas Besonderes als Dank.

Für mich war er stets der Vater, der ab und an auch mal nervte. Wie es natürlich auch ganz normal in Vater-Sohn-Beziehungen ist. In meiner wilden Zeit als Jugendlicher gab es den einen oder anderen Hahnenkampf, der zwischen uns stattfand.

Es dauerte eine Weile. Manchmal waren wir einfach nur stur und dumm. Aber nie verloren wir die Bindung, die unausgesprochene Liebe und das Gefühl, das uns als Vater und Sohn verband. Und wir waren immer Freunde!

Manchen Menschen tut der Blick zurück am ersten Jahrestag des Todes nicht mehr so weh. Bei anderen ist der Schmerz über den Tod des geliebten Menschen noch frisch. Ein jeder mag das anders für sich ver- und bearbeiten. Ich tue es auf diese Art und Weise.

Für mich ist mein Vater weggegangen, aber im Herzen und in Gedanken – genau wie meine Mutter – mal mehr, mal weniger präsent.

Aber sie sind beide immer bei mir! Und das werden es auch bis zum Ende meiner Zeit sein! Gemeinsam wandeln sie in meinen Gedanken irgendwo Hand in Hand über die sanften Hügel der Toskana in Italien, was sie so liebten.

Das ist meine Erinnerung an meine Eltern und meine persönliche Sicht, die mir niemand nimmt!

Lieber Vati. Danke für alles! Grüße Mami von mir! Ich vermisse euch!

Illustration: © Marcus O. Mielke
Mit besten Dank an Harald Böhm, Inhaber des Versandantiquariat Harrys-World