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Selvedge Run

Quo Vadis – Selvedge Run?

Die Selvedge Run schreibt in ihrer ersten Pressemitteilung – während der Messe – folgendes, was ich in Auszügen zitiere:

„Die neue Location kommt gut an. Die architektonische Klarheit des 50er Jahre Gebäudes und die großen Fensterfronten unterstreichen das Messekonzept CORE, CONCRETE, CRAFT.“

Der Umzug in die neue Location, dem Marshall Haus auf dem Messegelände Berlin, hat sich ausgezahlt: nach Tag 1 der sechsten Ausgabe von Selvedge Run, der „Trade show for quality garments and crafted goods“, ziehen die Initiatoren ein positives Résumé.

Die besondere Atmosphäre und die inspirierenden Looks, für die sich Selvedge Run in den vergangenen Saisons einen Namen gemacht hat, sind erhalten geblieben.

Ist das wirklich erhalten geblieben? Spontan sage ich: Nein! Es ist anders!

Aber es ist für mich als Besucher und Stammgast der Selvedge Run nun echt schwierig zu beurteilen und schwierig zu trennen.

Ich machte mir selbstverständlich auch dieses Mal ein eigenes Bild vor Ort. Ich gebe hier lediglich meine persönliche Meinung und meine eigenen Eindrücke wider. Das muss sich nicht mit den Meinungen anderer decken.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Die Selvedge Run findet diesmal also in Kooperation mit der Panorama Messe Berlin statt. Das Messegelände rund um den Berliner Funkturm ist etabliert und mit Grüne Woche, ITB etc. der eigentlich perfekte Ort.

Nur ist es aber auch so, dass meines Erachtens nach Flair und Umgebung eine wichtige Rolle spielen. Besonders auch dann wenn man etwas spezieller und einmaliger ist, war, sein möchte.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Man suchte sich das altehrwürdige Marshall-Haus aus um die „neue“ Selvedge Run komprimiert und übersichtlich an einem Ort neu zu erfinden.

Das Messegelände am Funkturm ist alt, und hat eben auch den entsprechenden Charme der 1950er – 1980er Jahre. Der Sommergarten sah für mich jedenfalls immer noch so aus, wie in den frühen Achtzigern, als ich als Kind dort das erste Mal war.  Ok, damals hieß der S-Bahnhof noch Eichkamp und nicht Messe-Süd und das ICC konnte man noch für Konzerte und Events betreten. Also schon eine Weile her.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Ich sprach mit einigen Besuchern und Ausstellern vor Ort, die die neue Location, das Marshall-Haus nicht wirklich gelungen bzw. schön finden.

Kalt, steril, grelles Licht, hässlicher, grauer Linoleumboden … waren so einige Aussagen. Und dann kam auch oft die Aussage: „Die Kulturbrauerei war aber viel schöner!“

Klar, wer neu auf der Selvedge Run ist, kann das natürlich nicht erkennen. Aber Besucher und Aussteller, die die Jahre zuvor dabei waren haben da eben eine Meinung. Wobei es natürlich sicher auch positive Aussagen gab.

Es liegt mir auch völlig fern, die Selvedge Run hier runterzumachen. Das Konzept, die Idee, die Leute ist alles prima! Einzig, die Location … das ist es, worum es mir geht und was mich doch etwas wurmt.

Persönlich finde ich den Weg zur Messe zwar nun angenehmer, weil ich nur knapp 20 Minuten brauche, um dort zu sein.

Aber die alte Location, die Kulturbrauerei, war in den letzten Jahren wirklich viel schöner und irgendwie war dadurch auch alles stimmiger. Sie passte perfekt zur Selvedge Run und den ausgestellten Produkten.

Damit man sieht wovon ich schreibe. Ein paar Impressionen von der Selvedge Run in der Kulturbrauerei.

Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei
Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei

Und die vielen positiven Meinungen zur Kulturbrauerei als Location, sind ja nach wie vor da.

Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei

Auch wenn es dort immer etwas unübersichtlich und verwinkelt war, machte die Kulturbrauerei ob ihres rustikalen Stils und dem Charme des Gebäudes in Kombination mit den Herstellern und den ausgestellten Produkten – meiner Meinung nach – einen Großteil des Flairs der Selvedge Run aus!

Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei
Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei
Selvedge Run
Die Selvedge Run in der Kulturbrauerei

Im Marshall-Haus wirkte es auf mich einfach nicht. Man geht die Stände – wie auf einer normalen Messe – ab. Mir fehlt so was wie der Maker’s Corner, die rustikale, rohe Art als solches.

Es war in der Kulturbrauerei auch irgendwie persönlicher, intimer und optisch einfach netter.

Mir fehlt hier auch Beef, Bulleit und Burger, statt Soja-Nuss-Schnitte und Käffchen. Wobei es natürlich auch mehr gab. Die belegten Brote sahen lecker aus.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Ich kann den nun eingeschlagenen Weg der Selvedge Run natürlich auch nachvollziehen. Am Ende geht es dann wieder um Business, um Menge um Besucher. Nur leidet – meiner Meinung nach – der bis dato einmalige und authentische Touch der Selvedge Run.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Trotzdem es nun im Marshall-Haus stattfindet und die Atmosphäre eine völlig andere ist, als in der Kulturbrauerei, ändert es nichts an der Qualität und den Leuten die dort ihre Produkte vorstellen.

Selvedge Run
Die Selvedge Run im Marshall-Haus

Es ist nach wie vor großartig, alte und neue Freunde zu treffen, über dies und das zu fachsimpeln und neue tolle Produkte mit eine hohen Qualität und mit viel Leidenschaft kennenzulernen.

Auch wenn der Schatten der Beliebigkeit und des teils sehr oberflächlichen Mode-Bling-Bling-Welt nun näher ist und ein paar Ecken weiter lauert.

Natürlich ist das alles nur meine ganz persönliche Sicht.

Wir werden sehen wohin die Reise geht? Ich komme gern im Sommer wieder!

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