Unterwegs im schönen FLÄMING. Faszination Beelitz-Heilstätten!

Beelitz-Heilstätten

Im Sommer habe ich es als jahrzehntelang in Berlin wohnender Mensch es dann endlich auch einmal geschafft, die Beelitz-Heilstätten zu besuchen.

Ein Ort in Brandenburg, genauer im Fläming. der gleichzeitig Geschichte atmet und etwas mystisches hat.

Beim Betreten des Geländes und den ersten Blicken auf die verfallenen – leider auch mutwillig durch Vandalismus  zerstörten – Häuser, dachte ich spontan an amerikanische Mistery-Thriller oder Gruselfilme.

Beelitz-Heilstätten

Beelitz-Heilstätten

„Asylum“ geisterte mir im wahrsten Sinne des Wortes öfter durch den Kopf als ich durch die Gänge und Räume schlich.

Beelitz-Heilstätten

Verstärkt wurde der Eindruck durch die Zurückeroberung der Natur. Bäume und Wurzeln zwängen und schlängeln sich durch Mauerritzen und Fenster. Auf den Dächern gibt es gar kleine Wälder. Eigentlich sollte man es – meiner Meinung nach – so lassen und zusehen, wie die Natur sich ihren Platz zurückerobert.

Beelitz-Heilstätten

Beelitz-Heilstätten

Es geht ganz klar eine gewisse Faszination von diesem Ort, den Beelitz-Heilstätten aus. Jeder Besucher dürfte es für sich anders empfinden. Manche hatten gar Familienmitglieder oder Vorfahren hier. Was das Empfinden nochmal besonders für jene macht.

Beelitz-Heilstätten

Und wenn man bedenkt, dass das alles mal ein riesiger Komplex war, der sich überwiegend selbst versorgte ist das schon beeindruckend.

Besonders interessant ist natürlich eine Führung, bei der man detaillierte Einblicke in das damalige tägliche Leben erhält.

Beelitz-Heilstätten

Erwähnenswert und unbedingt zu nutzen, wenn man dort ist, ist der Baumkronenpfad, der sich hoch über den Baumwipfeln befinden.

Beelitz-Heilstätten

Beelitz-Heilstätten

Von dort hat man einen fantastischen Weitblick über die umliegenden Wälder und eine tolle Draufsicht auf das Beelitz-Heilstätten-Gelände. Im Winter sicher auch sehr spannend und im Herbst garantiert sehr farbenprächtig.

Beelitz-Heilstätten

Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen, es war sehr interessant und inspirierend.

Wer im Fläming unterwegs ist, sollte diesen Ort unbedingt besuchen. Ganz klar ein Ausflugstipp von mir!

Beelitz-Heilstätten

Die Geschichte der Beelitz-Heilstätten ist sehr interessant, sodass ich hier sehr gern auch einen Auszug aus der Wikipedia wiedergeben möchte.

Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bilden einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Es ist ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden auf einer Gesamtfläche von ca. 200 ha.

In zwei Bereichen nördlich der Bahnlinie entstanden die Lungenheilstätten, in den beiden südlich gelegenen Bereichen die Sanatorien zur Behandlung nicht ansteckender Krankheiten. Die Bereiche waren jeweils nach Geschlechtern getrennt: westlich der Landstraße die Frauen-Heilstätten und -Sanatorien, östlich derselben die Männer-Heilstätten und -Sanatorien. Ebenso lagen Betriebsgebäude, in denen überwiegend Frauen beschäftigt waren, westlich und solche, in denen überwiegend Männer beschäftigt waren, östlich. Die erste Bauphase erfolgte 1898 bis 1902 unter den Architekten Heino Schmieden und Julius Boethke (1864–1907). In der zweiten Bauphase 1908 bis 1910 wurde die Bettenzahl von 600 auf 1200 erhöht. Der Architekt war Fritz Schulz, der auch in der dritten Bauphase 1926–1930 verantwortlich war.
St.-Josef-Haus

Das zu den Heilstätten gehörende Heizkraftwerk wurde schon 1903 mit Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und ist heute ein technisches Denkmal.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg dienten die Beelitz-Heilstätten als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten. Unter den rund 17.500 Rekonvaleszenten, die zwischen 1914 und 1918 in Beelitz untergebracht wurden, befand sich vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember 1916 auch der Gefreite Adolf Hitler.

1942 wurde nach Plänen des Architekten Egon Eiermann südlich des Frauen-Sanatoriums ein Ausweichkrankenhaus für Potsdam errichtet. Dieses wurde 1945 bis 1998 als Fachklinik für Lungenkrankheiten und Tuberkulose zivil genutzt und wird jetzt überwiegend als Pflegeheim und von der Akademie für Pflegeberufe verwendet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem die Heilstätten teils schwer beschädigt wurden, wurde das Gelände 1945 von der Roten Armee übernommen. Die Heilstätten dienten bis 1994 als das größte Militärhospital der sowjetischen/russischen Armee im Ausland. Es war auch ab Dezember 1990 der Aufenthaltsort des an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker, bevor er und seine Frau Margot am 13. März 1991 nach Moskau ausgeflogen wurden.

Als Folge der Insolvenz der Eigentümergesellschaft im Jahr 2001 ist die weitere Neunutzung des übrigen Geländes inzwischen ins Stocken geraten. Auch die Sanierung der Denkmalsubstanz wurde weitgehend eingestellt. Ein großer Teil der sehenswerten Anlage verfällt inzwischen und ist vom Vandalismus stark beschädigt.

Nach jahrelangem Stillstand und weiterem Verfall ist es den Gläubigerbanken im März 2008 gelungen, einen Käufer für das Areal zu finden. Derzeit laufen die Planungen für eine erneute Nutzung im ursprünglichen Sinne von Gesundheit und Wohnen. Dazu wurden die Waldflächen und die Gebäudeflächen getrennt verkauft.

Am 11. September 2015 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Frauen-Lungenheilstätte der erste Baumkronenpfad in Brandenburg eröffnet. Er ist 320 Meter lang, bis zu 23 Meter hoch und überquert die mit Bäumen bewachsene Ruine des 1944 ausgebrannten Pavillons B IV. Der Zugang erfolgt von der dritten Plattform des 36 Meter hohen Aussichtsturms.

Quelle: Wikipedia

Beelitz-Heilstätten

An dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank an Fanny von der Reiseregion Fläming für die Begleitung und das Fahren, sowie Steffen von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH für die Einladung. Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass meine Meinung davon – wie immer – nicht beeinflusst wird.