Junge & Mann: Woran ich mich sehr gerne erinnere …

Ich wollte es schon einige Male machen!

Immer wieder habe ich es verdrängt und dann auch einfach vergessen.

Und da dachte ich heute wieder daran, dass ich mir das mal vorgenommen hatte. Und ich dachte an das Vergessen.

Man wird ja nicht jünger. Und die ganz frühen Jahre meiner Kindheit sind nur noch Schlaglichter im Dunst der Vergangenheit.

Es sind kleine Momente, Erinnerungen an Gerüche, Essen, Orte, Quatsch, den man machte, an die Schule, an meine Großeltern, meine verstorbene Mutter, das erste stundenlange Gespräch „unter großen Jungs“ bei einer Flasche Whisky mit meinem Bruder, an meine Kindergartenzeit in Italien, das Meer, die Berge, meine erste Katze, mein erster und einziger Hund, mein Leben in Hamburg, in Nordrhein-Westfalen und Berlin, an Kinobesuche mit meinem Vater, Krieg der Sterne 1977 zum Geburtstag mit anschließender McDonalds (oder war es Burger King?) Sause.

An die riesige Ritterburg, die mir mein Vater baute, meine erste Prügelei oder das Verkloppt werden in der Schule und an dem Moment als ich mir dort Respekt verschaffte, an die erste Zigarette und an die letzte vor fast 10 Jahren, meine Wahl zum Klassensprecher, an meinen Onkel aus Amerika, den ich leider nur zwei oder drei mal bewusst sah, bevor er starb, meine erste Freundin, mein erstes Fahrrad, an das Skateboard fahren in den Achtzigern, an die Berliner Mauer, als stundenlanges Telefonieren in Berlin noch 20 Pfennig kostete und es eine Berlinzulage gab, an die Zeit, als die Dinge noch Rollschuhe und nicht Inline Skater hießen und Hausmeister keine Facility Manager waren, an Flüge in PAN AM Flugzeugen, an das Gefühl da oben auf dem Mont Blanc, an London, Monaco, Mailand, Rom und Co.

An die die Zeit als Internet, Facebook, Twitter und Co. noch Science-Fiction waren und Smartphones interessante Technikkonstrukte in Star Trek darstellten und Kommunikator hießen.

An das Schlittschuh laufen lernen im Berliner Europa Center (ja, da war mal eine Eisbahn drin), die Discos am Ku’damm in den 80ern und die ersten Zechtouren durch die Kneipen und Bars der berüchtigten Berliner Nacht im Berlin der 80er, meine Zeit als Popper und New Romantic, mein allererstes AC/DC Konzert in der mittlerweile abgerissenen Berliner Deutschlandhalle, an David Bowie und Jean-Michel Jarre in der Waldbühne, an die Panik 2000 zur Jahreswende, alle Rechner würden abstürzen und das abendliche Mike Oldfield Konzert an der Siegessäule, aber auch an Woodkid letztes Jahr, an meinen ersten zarten, lächerlichen Bart mit 17 und dem heutigen Vollbart und so weiter und so fort.

Kein Tagebuch. Dazu bin ich einfach zu faul und finde wohl auch nicht die Ruhe und die nötige Zeit. Ein Buch der Erinnerungen soll es werden.

Ich nenne es aus so “Woran ich mich erinnere …

Ich denke, ich mache das einfach mal.

Für mich, für meine Erinnerung und die Gedanken an schöne, interessante und auch mal weniger gute Momente in meinem Leben.